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Ehrenamtliche Mitarbeiter/innen und Betreuer/innen in der Justizvollzugsanstalt Freiburg

 

Was sollten Ehrenamtliche im Strafvollzug mitbringen?



Sie müssen keine Expertin/ kein Experte sein, doch sollten Sie über Lebenserfahrung verfügen und über persönliche Fähigkeiten um Hilfestellung leisten zu können. Bevor Sie sich für dieses Ehrenamt entscheiden, sollten Sie sich über Ihre Motive klar werden und sich folgende Fragen stellen: Stehen Sie „mit beiden Beinen“ im Leben?; sind Sie zuverlässig und kooperativ?; sind Sie in der Lage, sich in eine andere Lebenswelt hineinzuversetzen- ohne sich zu verlieren?; können Sie es aushalten an Grenzen zu stoßen?

Natürlich sollte man auch über entsprechende Zeit verfügen. Betreuerbesuche sind nur während der normalen Besuchszeiten möglich, Gruppenarbeit nur zwischen 19.40 und 20.55 Uhr. Die ehrenamtliche Tätigkeit sollte über einen längeren Zeitraum möglich sein.

 

Was tun ehrenamtliche Mitarbeiter/innen?

 

Ehrenamtlich Mitarbeiter/innen sind nach der Zulassung berechtigt an Freizeitgruppen oder an den Gottesdiensten im Haus teilzunehmen. Ehrenamtliche wirken in Gesprächskreisen und Selbsthilfegruppen mit oder bei der Freizeitgestaltung.

 

Was tun ehrenamtlich Betreuer/innen?

 

Ehrenamtliche Betreuer/innen sind berechtigt unüberwachte Einzelgespräche in der Besuchsabteilung zu führen. Betreuerbesuche werden nicht auf die Regelbesuchszeit angerechnet. ( Besuchszeiten finden Sie unter Informationen für Angehörige und Bekannte von Inhaftierten) Der Schriftverkehr ist auch unüberwacht.

 

Welcher Gefangene bekommt einen Betreuer?

 

Nicht jedem Inhaftierten, der dies wünscht, kann eine Betreuungsperson vermittelt werden. Zum einen stehen nicht genügend Betreuer/innen zur Verfügung, zum anderen können aber auch Sicherheitsbedenken bestehen, die gegen einen unüberwachten Kontakt sprechen können.

 

In der Regel wird eine Betreuerzuweisung bei Inhaftierten bejaht, die keinerlei Kontakte nach draußen haben oder keinen Besuch erhalten können. Manchmal kann es aber auch sinnvoll sein, eine Ablösung vom bisherigen Umfeld zu unterstützen oder bei der Lösung familiärer Konflikte zu helfen.

Die Inhaftierten, die für eine Betreuung infrage kommen, werden auf einer Warteliste geführt. Zur Zeit warten überwiegend Inhaftierte auf eine Betreuerzuweisung, die sehr lange Strafen verbüßen oder die sich in der Sicherungsverwahrung befinden. Aber auch einige, die Hilfe bei der Entlassvorbereitung und Neuorientierung brauchen.

 

Wie bekommt der Betreuer/die Betreuerin Kontakt zu einem Inhaftierten?

 

Häufig kommt es vor, dass ehrenamtliche Mitarbeiter/innen, die auch die Betreuerzulassung haben, im Rahmen der Gruppenarbeit oder durch die Teilnahme an Gottesdiensten mit einem Gefangenen ins Gespräch kommen und diesen Kontakt durch die Übernahme einer Einzelbetreuung intensivieren wollen. Dieser Wunsch sollte der Ansprechpartnerin für Ehrenamtliche schriftlich oder telefonisch mitgeteilt werden. Gleichzeitig sollte der Inhaftierte einen entsprechenden Antrag stellen.

Steht der Inhaftierte bereits auf der Warteliste, so kann die Betreuerzuweisung - Eintrag am Tor und in der Besuchsabteilung - umgehend erfolgen.

Steht er nicht auf der Liste, so wird der Antrag in der zuständigen Konferenz nach den obengenannten Kriterien geprüft.

 

Personen, die sich allgemein als Betreuer zur Verfügung stellen, wird ein Gefangener von der Warteliste zugewiesen. Hierbei spielt es keine Rolle, wie lange jemand schon auf der Warteliste steht, sondern ob die Personen zueinander passen können. Bei der Auswahl arbeitet die Ansprechpartnerin eng mit den Kollegen vom Sozialdienst, aber auch mit den Psychologen, Pfarrern und Vollzugsleitern zusammen. Das Erstgespräch wird in der Regel vom zuständigen Sozialarbeiter begleitet, der den Betreuer/ die Betreuerin über die Straftaten und Strafdaten informiert. Hierzu muss der Inhaftierte sein Einverständnis schriftlich erklären. Tut er dies nicht, kann auch keine Betreuerzuweisung erfolgen.

 

Die Übernahme einer Einzelbetreuung ist natürlich einfacher, wenn bereits ein Kontakt durch die Teilnahme an Freizeitgruppen oder Gottesdiensten hergestellt wurde. Leider gibt es gerade im Langstrafenvollzug Inhaftierte, die so vereinsamt sind, dass sie erst gar nicht (oder nicht mehr) an Gruppen teilnehmen. Daher sind wir sehr dankbar wenn sich Menschen allgemein als Bezugspersonen zur Verfügung stellen.

 

Wie wird man ehrenamtliche(r) Mitarbeiter(in) / ehrenamtliche(r)Betreuer(in)?

 

Ob eine ehrenamtliche Tätigkeit für Sie in Frage kommt, sollten Sie in einem persönlichen Gespräch mit der Ansprechpartnerin (s.u.) klären, bevor Sie einen Antrag auf Zulassung stellen.


Danach reicht ein formloser Antrag an die Leitung der Justizvollzugsanstalt Freiburg, Hermann- Herder-Str.8 79104 Freiburg, oder eine Mail n die poststelle@jvafreiburg.justiz.bwl.de mit der Bitte um Zulassung als ehrenamtliche/r Betreuer/in oder Mitarbeiter/in oder beides.

 

Sie erhalten dann ein Formular und eine Einverständniserklärung, die Sie bitte ausgefüllt zurückschicken. Mit den Angaben zur Person wird von der JVA ein Auszug aus dem Bundeszentralregister (BZR) beantragt. Sofern die formalen Voraussetzungen (Mindestalter 18 Jahre, möglichst keine Vorstrafen) gegeben sind, erfolgt eine Einladung zum Zulassungsgespräch, in dem Sie über Rechte und Pflichten der Ehrenamtlichen aufgeklärt werden. Danach erfolgt die schriftliche Zulassung durch den Anstaltsleiter.

 

Was bietet der Justizvollzug für Ehrenamtliche an?

 

Kein Betreuer/ keine Betreuerin wird mit der Aufgabe allein gelassen. In der JVA stehen sowohl die Ansprechpartner für Ehrenamtliche, als auch die für den Gefangenen zuständigen Sozialarbeiter und andere Mitarbeiter der Fach- und Sonderdienste für Gespräche zur Verfügung. Im Einzelfall kann man sich auch an den zuständigen Vollzugsleiter wenden.

 

Einmal jährlich lädt der Anstaltsleiter alle Ehrenamtliche zu einer gemeinsamen Konferenz ein, in der aktuelle Themen aus dem Strafvollzug besprochen werden, aber auch Raum für Fragen und für den Austausch ist.

 

Darüber hinaus bietet eine Mitarbeiterin des SKM Straffälligenhilfe einmal monatlich einen Arbeitskreis für Ehrenamtliche an. Auch sie steht bei Bedarf für Einzelgespräche zur Verfügung.

 

SKM Straffälligenhilfe, Anlaufstelle für Haftentlassene und die JVA veranstalten einmal jährlich entweder ein Einführungsseminar oder eine ein- oder mehrtägige Weiterbildungsveranstaltung, zu der alle Ehrenamtlichen eingeladen werden.

 

Ansprechpartnerin für ehrenamtlich Tätige:

 

Frau Kanisch (Sozialarbeiterin) Tel.: 0761 2116-4569

E-Mail: poststelle@ jvafreiburg.justiz.bwl.de

 

 

 

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